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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 15.10.2019

Verlorene Wette aufgrund vermeintlich falscher Schiedsrichterentscheidung - Kein Schadensersatz

Das Amtsgericht Nürnberg hat eine Klage auf Schadensersatz wegen entgangenen Wettgewinns nach einer angeblich falschen Schiedsrichterentscheidung abgewiesen. Es bestehe kein vertraglicher Anspruch zwischen dem Kläger und der Deutschen Fußball Liga. Es ergäben sich aber auch keine Ansprüche aus dem Deliktsrecht (Az. 22 C 2823/19).

Ein Mann hatte geklagt, weil er der Auffassung war, dass während des Bundesligaspiels des 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04 der Schiedsrichter in der ersten Halbzeit eine Fehlentscheidung getroffen habe. Dieser habe ein Tor zu Gunsten des 1. FC Nürnberg nicht gewertet, welches regulär gewesen sei. Der Schiedsrichter habe zu Unrecht vorher ein Stürmerfoul gepfiffen. Hätte der Schiedsrichter richtig entschieden, wäre sein Wett-Tipp, wonach in der ersten Halbzeit mindestens ein Tor erzielt werde, zutreffend gewesen und er hätte einen Gewinnbetrag in Höhe von 190,97 Euro bekommen.

Das Gericht sah jedoch keine Anspruchsgrundlage, wonach der Kläger seinen Schaden verlangen kann. Er habe keine vertraglichen Beziehungen zur Deutschen Fußball Liga. Er habe sich lediglich an einem Wettspiel eines Sponsoringpartners beteiligt.

Es gebe auch keinen sog. deliktischen Anspruch aus unerlaubter Handlung. Das wäre nur der Fall, wenn ein Schutzgesetz (z. B. gegen Betrug) verletzt worden sei. Das liege hier nicht vor, da es keine Anhaltspunkte dafür gäbe und vom Kläger im Übrigen auch nicht vorgetragen worden seien, dass der Schiedsrichter bewusst und damit vorsätzlich eine Fehlentscheidung getroffen habe. Selbst wenn eine schiedsrichterliche Fehlentscheidung vorliege, könne es sich bei lebensnaher Betrachtung und Einsatz des gesunden Menschenverstandes allenfalls um eine fahrlässige Fehlentscheidung gehandelt haben. Es gebe aber kein Schutzgesetz, das vor fahrlässigen Fehlentscheidungen schütze, die das Vermögen beeinträchtigen.

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